Unsere Fischzucht in Pians

Das Bruthaus

Das Herzstück, in unzähligen Arbeitsstunden entstanden und jetzt der Ort, wo die geschlüpften Fischlarven in Langstromrinnen und Rundstrombecken zu Kleinfischen heranwachsen, ist unser neues Bruthaus in Pians. Aber nun die Entstehung in Bildern und Text im Einzelnen.

Am Beginn aller Bemühungen standen die Planungen und die Genehmigungen. Der Standort war schnell festgelegt, die Verhandlungen mit der Gemeinde verliefen sehr positiv. Es folgten Ansuchen um eine wasserrechtliche und umweltrechtliche Genehmigung, welche doch eine Zeit in Anspruch nahmen.

 

Als Gebäude für das Bruthaus wurde eine Bauweise aus drei Containern angedacht, jeder Container 6 x 2,5m groß. Mitten in der Genehmigungsphase erhielt unser Obmann Andreas Egger ein Angebot einer Baufirma, die drei Bürocontainer zu einem guten Preis anbot. Problem: Zusage sofort, ohne Möglichkeit, die Genehmigung vom Ausschuss einzuholen. Es folgten schlaflose Nächte, die Lieferung der Container zum Zwischenlager auf dem Parkplatz der Gemeinde vor dem Fußballplatz. Dafür ein Danke der Gemeinde und dem Fußballclub Pians.

Im Sommer 2022 war es soweit. Alle Genehmigungen waren vorhanden, der Platz konnte mit dem Bagger geschaffen und die Container aufgestellt werden.

Die Bürocontainer wurden komplett entkernt, Abflüsse und Zuflüsse vorbereitet, der Unterboden verlegt, und anschließend erhielt das Bruthaus einen Industrieboden. Luxus, der nur durch das Sponsoring der Firma Ofenbau Tschiederer möglich war. Vielen Dank dafür!

Als nächstes folgte im November 2022 die Errichtung des Dachstuhles und des Daches. Auch hier möchten wir uns bei unserem Sponsor Sägewerk Pfeifer Josef bedanken.

Im Sommer 2023 erhielt das Bruthaus eine Fassade aus Holz. Zum einen, da dies im Baubeschied so vorgeschrieben war, zum anderen als Dämmschutz sowohl im Winter als auch im Sommer und ganz nebenbei schaut es doch richtig gut aus!

Der Innenausbau war arbeitstechnisch ein großer Brocken. Die Installationen der kleinen und großen Langstrombecken und des Rundstrombeckens sowie eines Waschbeckens waren planerisch und in der Ausführung eine Herausforderung. Die Wasserversorgung der gesamten Anlage in Pians besteht aus Quell- und Sickerwasser. Dieses fließt über eine relativ kurze Strecke oberirdisch als kleiner Bach. Der Wasserstand ist je nach Regen oder Trockenheit unterschiedlich. Dies wirkt sich erschwerend beim Betrieb der Anlage aus, da gerade nach stärkeren Regenereignissen relativ viel Sediment, Laub und Moosstücke mitgerissen werden und trotz Filterrechens in der Fassung in der Anlage landen. 

So kann es passieren, dass ein Zulauf oder Ablauf verstopft. Dies hat uns gezwungen, Adaptierungen an manchen Zuleitungsstellen zu machen, um eine höhere Betriebssicherheit zu erreichen. Außerdem werden nach nach stärkeren Regenfällen die Zu- und Ableitungen in kurzen Abständen geprüft und gespült, und das auch Mitten in der Nacht! Hier gebührt unseren beiden Futtermeistern Hermann und Charly sowie Andi und Benni ein besonderer Dank!

Jeden Herbst kommt dann der große und spannende Moment, wo mit dem Fangen von Mutterfischen aus der Sanna und Trisanna (Restwasserstrecke) mittels Angeln und Elektrofischen begonnen wird. Wir können also jedes Jahr aufs Neue hoffen, dass wir genügend Mutterfische für unsere Zucht fangen, abstreifen und anschließend im Bach wieder in ihre Freiheit entlassen können.

Die befruchteten Eier werden nicht im Bruthaus, sondern in Kellersystemen bei Benni in Grins (siehe Bilder) und Andi in Landeck aufgelegt. Bei diesen Systemen wird mit einem Wasserkreislauf gearbeitet. Die Eier werden in Kassetten in Brutrinnen aufgelegt, nicht befruchtete Eier täglich entfernt, nach dem Schlüpfen müssen die Eierschalen abgesaugt werden und nach dem Aufbrauchen des Dottersackes bei den Kleinen, beginnt man mit dem Anfüttern der Larven.

Sobald diese das Fressen gelernt und stark genug sind, werden sie in das Bruthaus in Pians übersiedelt.

Die Bilder vom  Kellersystem in Grins zeigen eindeutig, dass unser Technikfreak Benni heißt. Wir haben das Glück, dass Andi durch seinen Beruf das Wissen und Material zur Verfügung hat und die Anlage technisch so ausstatten konnte. Das System von Andi ist deutlich einfacher gebaut, funktioniert natürlich auch.

Was an dieser Stelle auf keinen Fall fehlen darf:

Die Errichtung und der Betrieb des Bruthauses sowie der gesamten Anlage wäre ohne Unmengen von freiwillen Arbeitsstunden von unseren Mitgliedern und auch einigen, die nicht Mitglied bei uns sind, auf gar keinen Fall möglich!

Deshalb gebührt allen, die mitgeholfen haben und weiterhin mithelfen ein riesengroßer Dank! Ohne euch würde es all das nicht geben!

Mit unten stehendem Link sehen Sie einen kurzen Film über einen Besatz an der Sanna.

 https://www.youtube.com/watch?v=9_q_gCTjfvI&t=53s